Workbook — (m)ein Fotobuch

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Heute ist es so  einfach seine Bilder im Web zu teilen und sie einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren — oder man hält sie einfach auf dem Smartphone oder einem Tablet zum zeigen bereit. Ich nutze und schätze all diese Möglichkeiten, aber ich erstelle mir trotzdem zusätzlich einmal im Jahr ein Fotobuch von meinen liebsten Arbeiten das einen Platz in meinem Bücherregal findet.

Fotobuch mit 170 Seiten
170 Seiten Fotobuch

Nun hab ich allerdings auch einige Freunde und Verwandte die mit dem Internet und Computern recht wenig anfangen können — und die wie ich festgestellt habe gar nicht richtig wissen was ich denn so fotografiere. Aus diesem Grund habe ich dieses Jahr mal ein “Best of” — Giveaway aus den vergangenen vier Jahren gemacht. Das Fotobuch umfasst stattliche 170 Seiten und fühlt sich anders an  als die dünnen Jahrbücher die eher wie Broschüren wirken statt wie richtige Bücher. Das Format ist mit 2025 cm sehr handlich zum mitnehmen, gerade richtig das die Fotos gut zur Geltung kommen, aber nicht zu groß.

Normal benutze ich zum erstellen von Druckwerken Indesign oder Scrivener. Beim Erstellen meiner Fotobücher bin ich allerdings faul und nutze die in Lightroom integrierte Buchfunktion, welche dann per Upload zum Druck bei Blurb landen. Vom Buch‐Design ist man in Lightroom zwar eingeschränkt, aber diese Einschränkung empfinde ich in diesem Fall als vorteilhaft und als Arbeitsbeschleuniger.

Konzeption

Bei der Konzeption habe ich einen schlichten Ansatz gewählt. Ich habe weder Vorwort noch Seitennummern noch Bildtitel oder Beschreibungen eingefügt, sondern mich auf die Bilder konzentriert und alles Ablenkende weg gelassen. Lediglich ein Impressum auf der letzten Seite fand ich wichtig. Die Fotos sind nicht zeitlich, sondern grob nach Themen geordnet und in Kapiteln zusammen gefasst. So stehen alte und neue Arbeiten in meinem Fotobuch munter durcheinander. Bei vielen Fotos habe ich darauf geachtet das sich sinnvolle Zusammenstellungen ergeben. Sowas mache ich immer aus dem Bauch heraus.  Doppelseitige Composings aus der Serie Sketchbook dienen als Trenner zwischen den Kapiteln für die meine Themen herhalten müssen: Portraits, Konzeptionelles, Sketchbook, Darkroom, Streetfotografie und Dinge (Artifacts). Um das ganze etwas aufzulockern  habe ich manche Themen aufgeteilt und über mehrere Kapitel gestreut. Zum Beispiel kommen zwei Kapitel mit Portraits vor: Einmal normale Portraits, und ein zweites mal  Streetportraits.

Neben den doppelseitigen Fotos befindet sich in der Regel auf jeder Seite ein Bild — entweder zentriert mit Rahmung, oder formatfüllend am äusseren Rand. Ich wechsele zur Auflockerung zwischen diese beiden Layout‐Schemas — aber nur da wo es Sinn macht, und nicht zu oft. Nur in Ausnahmen habe ich mal zwei oder vier Fotos auf einer Seite.

Das Fotobuch Fazit

Es ist also ein buchstäbliches Bilderbuch geworden, das einfach zum stöbern einlädt. Die Haptik ist gut. Die Qualität des Druckes auf dem seidenmatten,  190g/qm schweren Papier ist toll. Ich nehme es gerne in die Hand um darin zu blättern. Das mattschwarze Hartcover schaut wertig aus, ist stabil und schützt den Inhalt. Die Klebebindung entspricht dem Stand der Technik, mal schauen wann die ersten Seiten herausfallen.

Die beiden gedruckten Exemplare sind ja bereits vergeben. Für die nächste Auflage werde ich inhaltlich ein paar Kleinigkeiten anpassen. Zum Beispiel sitzt der Text auf der Umschlag‐Vorderseite ein wenig zu weit rechts, und ein paar Fotos werden neu positioniert. Da bei dem verwendeten Papier ein Buch bis zu 240 Seiten fassen darf werde ich diese Zusammenstellung in den kommenden Jahren wohl noch erweitern.

Soweit, so gut. Zum Thema Bindung äussert sich Blurb auf seiner Webseite nicht. Es gibt Anbieter wie Pixum, Cewe, oder Saal die weitere Varianten von Bindungen anbieten, unter anderem eine Layflat-Bindung, die speziell für Fotos die über Doppelseiten gehen besser geeignet ist. Vielleicht werde ich die auch mal ausprobieren.

Epilog

Ich liebe Fotobücher, und könnte zum #Fotobuch Junkie werden. Eigentlich sollte ich viel mehr drucken, um zum Beispiel Portfolio‐Mappen zu erstellen, oder um meine Fotos oder die anderer Fotografen an die Wand zu hängen — ruhig auch mal etwas größer. So werden die nur virtuell und in Bits und Bytes existierenden Arbeiten physisch und wunderbar greifbar. Die gedruckten Fotos können ja auch selbst wieder kreativ genutzt und Gegenstand von neuen Arbeiten werden: Man kann sie “voll analog” zerreißen, beschriften und bemalen… da darf man ruhig auch mal die Fantasie spielen lassen. Viel Spaß dabei! — Carsten

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