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Life is a Clown

Lesezeit ca. 3 Minuten.

Am Wochenende ging es raus aufs Land zum Treffen der Clowns. Klingt merkwürdig? War leicht surreal — vor allem für mich — aber hey: So ist das Leben. Das Ergebnis sind jedenfalls drei kleine Bilderstrecken. An diesem Tag hab ich auch die ersten Farbsheets in die Graflex eingelegt, und natürlich später selbst entwickelt. Memo an mich:

  • Das Stativ und ich werden definitiv keine Freunde.
  • Großformat ist eine Diva!
  • Noch sorgfältiger sein bei der Wahl des Bildausschnittes, und bitte bitte nicht bewegen: Das Motiv nicht, der Fotograf nicht, das Stativ nicht, die Kamera nicht, nichts!
  • Beim C-41 Entwickeln dringend die Temperatur halten. Die Ergebnisse sind sonst…äh…  kreativ, wie die Outtakes ganz  unten zeigen.

Und was ist nu mit den Clowns? …

Eine bekannte Metapher auf die Welt, das Leben und uns Menschen darin ist der Clown. Ich hab manchmal auch das Gefühl das Leben ist ein Zirkus, und wir alle sind die Clowns. Ja, das Leben selber ist ein Clown, der uns gern mal übel mitspielt zum Vergnügen der Anderen. Wir alle sind diese maskierten, komisch, tragischen Gestalten, in der Manege des Lebens.

Die Metapher besagt das Clown sein bedeutet, das Leben ernst zu nehmen, aber mit Humor. Wenn das Leben dir Fallen stellt, und scheinbar unlösbare Aufgaben, wenn es dich auf so vielfache, bizarre, skurrile, tragische, traurige  Art und Weise scheitern lässt, und es deine Aufgabe ist wieder aufzustehen, dein Lachen wieder zu finden und einfach weiter zu machen. Wir können das gern als Übungen verstehen im Leben spontan zu sein, zu improvisieren, und die Möglichkeiten in uns und in anderen zu entdecken, auch da wo alles hoffnungslos erscheint… und das alles auch mal mit ironischem Augenzwinkern. Unser Leben hat nur genau eine Vorstellung. Wir sind eingeladen was tolles draus zu machen für uns selbst und unsere unmittelbare Umgebung, da wo wir sind, mit den Möglichkeiten die wir haben, und sogar darüber hinaus. Öfter mal Clown sein bedeutet auch das Kindliche in uns zu bewahren.

Klar, das Clownsgesicht ist auch eine Maske, eine Tarnung die unsere tatsächliche Stimmung — oder auch unser “wahres ich” — vor der Öffentlichkeit versteckt. Ich verstehe das so, das wir von aussen nach innen, und von ihnen nach aussen wirken. Unser Denken und Fühlen drückt sich durch Handlungen, Mimik und Gestik aus, und diese wirken auf unser Denken und Fühlen vice versa. So sehe ich die Maske nur als ein vorübergehendes Mittel — ein Werkzeug — um uns selbst aus einem Tief zu helfen. Wenn ich in den Spiegel lache, auch wenn ich tief traurig bin, dann hebt sich mit der Zeit meine Stimmung. Wir wirken auch wie ein Spiegel auf andere. Was wir aussenden bekommen wir zurück. Für ein Lächeln bekommen wir ganz viele zurück. Auch wenn das alles n bisschen nach nem altbackenen Esoterik Lebensratgeber klingt… es ist né prima Sache öfter mal den Clown raus zu lassen

Stay tuned — Carsten

Danke an alle für den tollen Tag:

Outtakes

Drei unbearbeitete Outtakes, der Rest des Films war leider komplett unbrauchbar und großteils schwarz. Ich vermute mal der Film war in der Dose unglücklich aufgespult. Ich hab eh drei Anläufe gebraucht um ihn auf die Spule zu bringen. Durch die sommerlichen Temperaturen wird es im Dunkelkammer-Wechselsack schnell feucht was den Film “weich” werden lässt. Ausserdem hatte ich dieses mal Probleme die Temperatur bei der Entwicklung konstant zu halten. Das Ergebnis ist trotzdem irgendwie interessant:

Analoger Fotoschnack

Lesezeit ca. 2 Minuten.

Passend zu meinem analogen Fotojahr hat Mandy einen Fotoschnack veranstaltet. Neun wirklich echt coole Fotografinnen und Fotografen, zwei tolle Modelle und Spence trafen sich recht spontan zum entschleunigten fotografieren und zum plaudern in einem alten Vierkanthof in der Nähe von Köln. Digitales Werkzeug war strikt verboten! Dafür wurden alle Formen von analogen Kameras um so lieber gesehen. Für mich war das die Gelegenheit erstmalig meine Graflex Speed Graphic mit  dem Leitz Hektor 150mm f2.5 aus zu probieren, und eine Rolle Farbfilm sowie eine Rolle SW in der Pentax67 zu belichten. Das bedeutete in Summe maximal 22 Bilder zu machen — ja richtig gelesen: 22, nicht 220 oder mehr Diese Begrenzung wirkt auf mich ungemein befreiend.

Die Negative aus der Graflex passen leider nicht unter den vorhandenen Scanner, so das ich in zwei Schritten scannen, und nachträglich per Bildbearbeitungsprogramm montieren durfte. Fürs Erste ging das, aber auf Dauer ist das eher nicht optimal. Es ist also bald ein Scanner fällig, der auch mit Großformat umgehen kann. Äääh, hat zufällig jemand mein Sparschwein gesehen?

Nachmittags wurde fotografiert und abends wurden bei ein paar Snacks und Getränken die ersten Polaroid-Fotos gesichtet und sich rege ausgetauscht. Die SW Aufnahmen habe ich mit Andrea noch in der selben Nacht entwickelt. Auf die Farbaufnahmen musste ich gut eine Woche warten, und das ist genau ein Teil des Zaubers den die analoge Fotografie für mich aus macht. Die Ergebnisse sind nicht mehr sofort verfügbar. So kommt wieder Spannung in die Fotografie Ich liebe aber auch die Farben, das Rauschen… die ganze Atmosphäre die analoge Fotos erzeugen.

Ich mag… ach was: ich liebe die Richtung in die das geht sehr, und werde das in den kommenden Monaten auf jeden Fall ausbauen.

Credits

 

Ein Lensboard für die Graflex 4x5

Lesezeit ca. 3 Minuten.

Jetzt hab ich also hier dieses eine Leitz Hektor 150mm f 2.5 Objektiv herumliegen, und muss es irgendwie an die Kamera bringen. Das macht man über einen Adapter den man in der Regel selber baut. Normal reicht Holz. Das ist preiswert und ein umweltfreundlicher Naturstoff obendrein, aber ich hab mich mal ans CAD-Programm gesetzt und eine Version für den 3D-Druck gebaut. Ich wollte es einfach mal ausprobieren. Mit dem Ergebnis aus schwarz gefärbtem Polyamid bin ich sehr zufrieden. So zufrieden das ich es wohl als Basis für alle meine wenigen noch kommenden Objektive verwenden werde. Vielleicht fräse ich das auch mal aus Holz, das wäre stilechter… mal sehen.

Lensboard für Leitz Hektor 150mm f2.5 an einer Graflex Speed Graphic 4x5

Lensboard für Leitz Hektor 150mm f2.5 an einer Graflex Speed Graphic 4x5

So schaut das aus: Meine Linse klemmt perfekt im Halter, so das sie nicht so leicht heraus rutscht. Das Lensboard sitzt ebenso perfekt und bündig in der Graflex Speed Graphic. Auf der Rückseite verfügt es über eine Lichtfalle (siehe Fotos unten).

Zur Sicherheit kann man ein 3,2mm  Loch seitlich in den Halter bohren, ein M4 Gewinde reinschneiden,  und das Objektiv so mit einer Schraube zusätzlich leicht festklemmen. Wichtig: Das Objektiv ist so groß das das Lensboard entfernt werden muss wenn die Kamera geschlossen wird!

In einer zweiten Version werde ich den Schriftzug etwas höher setzen und vielleicht auch direkt das Loch vorsehen. Wer die Kamera / Objektiv Kombination  auch hat, kann sich gerne hier bei i.marerialise.com (Belgien) eine Version des Lensboards drucken lassen.

Das CAD-Design für das Lensboard.

Das CAD-Design für das Lensboard. Der Objektiv-Sockel hat einen Durchmesser von 60mm.

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Das Lensboard von vorne. Der Schriftzug befindet sich unten.

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Die Rückseite des Lensboards mit Lichtfalle.

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Das Lensboard mit eingesetztem Leitz Hektor 150mm f2.5. Der Halter schließt vorne bündig ab, auf der Rückseite steht das Objektiv leicht über.

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Passt perfekt in die Graflex. Der Schriftzug könnte was höher sein.

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Das Lensboard von vorne.

Lensboard in Bewegung

In diesem kurzen Video zeige ich wie gut und stramm das Leitz Hektor 150mm f2.5 im Lensboard sitzt — ohne eine Schraube, und ich gebe einen kurzen Einblick in das Lensboard für das Leitz Hektor 175mm f2.5, das aber noch nicht fertig ist.

Genug gebastelt. Jetzt wird wieder fotografiert! Film ist schon bestellt. Ich freue mich ihn bald belichten zu können