Ein Blick auf Affinity Photo

Affinity Photo ist im Sommer 2015 für OS-X erschienen, und liegt mittlerweile in der Version 1.4.3 vor. Die Version 1.5 steht bereits in der Startlöchern, und bringt eine Menge Neuerungen mit. Wer mag kann sich die aktuellste Beta hier mal anschauen. Zukünftig wird auch das Microsoft Windows Betriebssystem unterstützt. Ich arbeite seit der ersten öffentlichen Beta für OS-X mit diesem Programm, und war sofort begeistert, was auch daran liegt das ich ein Herz für Underdogs habe :-) Die Liste der Features ist lang,…

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Was war was ist was wird

Ich hab vor kurzem ein schönes Zitat gefunden das dem Fotografen Paul Strand zugeschrieben wird:

„Deine Fotografie ist für jeden, der wirklich sehen kann, ein Dokument deines Lebens…“ – Paul Strand

Der erste Gedanke mag sein: „Theatralischer Nonsens. Ein Foto, ist ein Foto, ist ein Foto. Es beschreibt nicht die Wirklichkeit, es ist nicht wahrhaftig, eine Fiktion, vielleicht sogar eine Lüge. Maximal eine Momentaufnahme.“ Was ein Bild in mir als Betrachter auch an Geschichten und Gefühle auslösen mag, der Fotograf des Bildes kann eine ganz andere Geschichte im Kopf gehabt haben – vielleicht auch gar keine – vielleicht wollte er einfach nur ein schönes Bild machen. Eine hochemotionale Fotografie muss in keiner Weise die Situation vor Ort wieder spiegeln. Es kann das Ergebnis eines vollkommen nüchtern, sachlichen Prozesses gewesen sein.

Ich hab mich in den letzten Jahren auch mit dem anfertigen von Portraitskulpturen beschäftigt und dem Zeichnen von Portraits, und tatsächlich zeichnet und formt man ganz intuitiv auch immer einen Teil von sich selbst in das Ergebnis hinein. Ich denke in der Fotografie kann das ähnlich sein.

Standortbestimmung

Ich hatte ja im Frühjahr nach längerem Prozess doch recht spontan meine Kamera zur Seite gelegt, und mit dem Fotografieren auf gehört. Ich hatte den Eindruck nix mehr zu sagen zu haben, war gesättigt. Ich war sprachlos, und jeder der mich kennt weiß: Das will was heissen.

Ich hab die Zeit genutzt, und mir ein Buch aller meiner Arbeiten aus den vergangenen 5 Jahren zusammen gestellt, die mir wichtig erschienen. Das Buch ist im Grunde die Weiterentwicklung meines ersten Buches.  Ich wollte einen Gesamtüberblick haben über alles was über die Jahre entstanden ist, die Dinge ordnen und einordnen, schauen ob, und was diese Fotos für eine Bedeutung für mich haben, statt immer nur weitere Bilder auf den Stapel zu schichten. Fotokonsum im Internet ist etwas vollkommen anderes als ein Buch. Im Grunde sollte es der Abschluss meiner fotografischen Laufbahn werden. Aber letztlich habe ich das wohl als Standortbestimmung gebraucht, um zu sehen wo ich her komme, um dann vielleicht Klarheit zu erlangen, ob und wie ich mit der Fotografie weiter mache. Das Buch ist sehr dick geworden. Es hat die maximal mögliche Seitenzahl erreicht die bei Blurb möglich ist: 229 Fotografien verteilen sich auf erschlagende 237 Seiten.

Fotobuch, Workbook Version 2

Ich hab ein wenig Zeit dafür benötigt um Klarheit zu erlangen, aber wann immer ich jetzt durch dieses Buch blättere erkenne ich, das alle Fotos mit mir verbunden sind. Mit jeder Fotografie verbindet mich eine Geschichte. Zumindest für mich  sind es also nicht einfach nur Aneinanderreihungen von mehr oder weniger gelungenen oder interessanten Fotos, sondern es sind Geschichten, und sie erzählen mir etwas über die Menschen die ich fotografiert habe, sie erzählen etwas über mich, und ich würde ich mich freuen wenn sie auch dem Betrachter etwas erzählen.

Jedes Foto enthält einen Teil von mir, und in Summe bilden sie tatsächlich irgendwo eine Innensicht von mir und meinem Leben – zumindest einige Aspekte davon. Deswegen sind die Fotos genau so geworden und nicht anders. Stil und Inhalt haben mich gefunden wenn man so will. Wenn ich daran etwas ändern möchte, dann muss ich mich ändern – oder andere Aspekte von mir in den Vordergrund rücken.

Jedenfalls hat das Buch dazu geführt das sich meine Wahrnehmung für meine Bilder geändert hat. Nicht nur das nächste Foto das ich machen werde ist mir wichtig, sondern auch das was ich die vergangenen Jahre erschaffen hab – jedes einzelne Bild – ist mir wichtig, und darf gerne meine Wertschätzung erfahren.

Reisegedanken

Das Ganze mündete ja bekanntlich darin das ich mich jetzt in der Fotoakademie Köln wieder finde. Ich werde auch im kommenden Jahr noch bewusster weniger fotografieren, und all das was ich jetzt lernen darf einließen lassen, die analoge Fotografie ausbauen, mich noch mehr mit dem Drucken und der Präsentation von Bildern beschäftigen, werde mit alten und neuen Freunden  neue Wege probieren und schauen wohin die Reise geht.

2017 wird rocken stay tuned…

Seclusion

Neulich in Wuppertal… … … ausgefühlt.

 

Der fotografische Resetknopf

Ich hab angefangen Fotografie zu studieren, und werde das ganze Thema von Grund auf neu angehen.  Warum ich das nach cirka fünf Jahren mache? Es gibt doch da diesen schönen Spruch…

Künstler wird man durch die Akademie oder trotz Akademie.

Um Künstler zu sein braucht man keine Akademie. Künstler sein bedeutet den Drang haben sich auszudrücken. Das geht ganz ohne Akademie und große Titel. Es kann aber helfen eine Akademie zu besuchen, um in kompakter Form all die gestalterischen & technischen Aspekte und Feinheiten kennen zu lernen, und die Geschichte auf deren Schultern man steht, und aus der sich die Dinge fortentwickeln. Der Besuch einer Akademie kann auch durchaus schaden, wenn man dort als freier, eigensinniger Geist mit dem Kulturbetrieb und seinen Zwängen konfrontiert wird…

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aus.grenzung, Philipp – 2016

Für eine „Karriere“ ist all das nicht wichtig. Das einzige was zählt sind im Grunde die Fotos. Ich glaube tatsächlich das Fotografie kein Hexenwerk ist. Mit Leidenschaft, Achtsamkeit, Intuition, Einfühlungsvermögen, einer Prise Spieltrieb und Kreativität, und natürlich der gängigen Fototechnik bekommt man heute geniale Arbeiten hin. Wenn ein paar der Faktoren zusammen kommen läuft das. Talent kann dabei helfen, oder einem im Wege stehen. Je nach dem. Der Rest ist Networking, eine Portion Glück und natürlich auch Zufall.

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Olympus E-M1, Summilux 25mm 1.4

Eigentlich braucht man so ein Akademie-Studium in Zeiten des Internets nicht mehr. Alles findet sich im Netz in Form von Artikeln, Tutorial-Videos, und unzähligen Seminarangeboten. Man muss doch nur machen, sich vernetzten, zu Meetups rennen und schon läuft das. Hängt man, bucht man halt einen jener hippen selfmade Fotografen die gerade die Fotoszene rocken, dann läufts wieder. So ein Studium erscheint da vergleichsweise sinnlos, uncool, und zeitaufwändig, verglichen mit den Events der angesagten Speaker und Tutoren. Warum also „studieren“?

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Ich hab den fotografischen Resetknopf gedrückt weil ich im Frühjahr in einer Sackgasse steckte. Ich war ratlos und gleichzeitig gesättigt. Ich finde es wichtig das man in Bewegung bleibt, und das man die Möglichkeiten nutzt die sich einem eröffnen. Deshalb hab ich diese Chance ergriffen, die sich durch das Stipendium bot. Es ist ein Abenteuer, es bedeutet Begegnung, und Neuland. Leinen los, und alles auf Anfang – ich freu mich darauf

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Life is a Clown

Am Wochenende ging es raus aufs Land zum Treffen der Clowns. Klingt merkwürdig? War leicht surreal – vor allem für mich – aber hey: So ist das Leben. Das Ergebnis sind jedenfalls drei kleine Bilderstrecken. An diesem Tag hab ich auch die ersten Farbsheets in die Graflex eingelegt, und natürlich später selbst entwickelt. Memo an mich:

  • Das Stativ und ich werden definitiv keine Freunde.
  • Großformat ist eine Diva!
  • Noch sorgfältiger sein bei der Wahl des Bildausschnittes, und bitte bitte nicht bewegen: Das Motiv nicht, der Fotograf nicht, das Stativ nicht, die Kamera nicht, nichts!
  • Beim C-41 Entwickeln dringend die Temperatur halten. Die Ergebnisse sind sonst…äh…  kreativ, wie die Outtakes ganz  unten zeigen.

Und was ist nu mit den Clowns? …

Eine bekannte Metapher auf die Welt, das Leben und uns Menschen darin ist der Clown. Ich hab manchmal auch das Gefühl das Leben ist ein Zirkus, und wir alle sind die Clowns. Ja, das Leben selber ist ein Clown, der uns gern mal übel mitspielt zum Vergnügen der Anderen. Wir alle sind diese maskierten, komisch, tragischen Gestalten, in der Manege des Lebens.

Die Metapher besagt das Clown sein bedeutet, das Leben ernst zu nehmen, aber mit Humor. Wenn das Leben dir Fallen stellt, und scheinbar unlösbare Aufgaben, wenn es dich auf so vielfache, bizarre, skurrile, tragische, traurige  Art und Weise scheitern lässt, und es deine Aufgabe ist wieder aufzustehen, dein Lachen wieder zu finden und einfach weiter zu machen. Wir können das gern als Übungen verstehen im Leben spontan zu sein, zu improvisieren, und die Möglichkeiten in uns und in anderen zu entdecken, auch da wo alles hoffnungslos erscheint… und das alles auch mal mit ironischem Augenzwinkern. Unser Leben hat nur genau eine Vorstellung. Wir sind eingeladen was tolles draus zu machen für uns selbst und unsere unmittelbare Umgebung, da wo wir sind, mit den Möglichkeiten die wir haben, und sogar darüber hinaus. Öfter mal Clown sein bedeutet auch das Kindliche in uns zu bewahren.

Klar, das Clownsgesicht ist auch eine Maske, eine Tarnung die unsere tatsächliche Stimmung – oder auch unser „wahres ich“ – vor der Öffentlichkeit versteckt. Ich verstehe das so, das wir von aussen nach innen, und von ihnen nach aussen wirken. Unser Denken und Fühlen drückt sich durch Handlungen, Mimik und Gestik aus, und diese wirken auf unser Denken und Fühlen vice versa. So sehe ich die Maske nur als ein vorübergehendes Mittel – ein Werkzeug – um uns selbst aus einem Tief zu helfen. Wenn ich in den Spiegel lache, auch wenn ich tief traurig bin, dann hebt sich mit der Zeit meine Stimmung. Wir wirken auch wie ein Spiegel auf andere. Was wir aussenden bekommen wir zurück. Für ein Lächeln bekommen wir ganz viele zurück. Auch wenn das alles n bisschen nach nem altbackenen Esoterik Lebensratgeber klingt… es ist ne prima Sache öfter mal den Clown raus zu lassen

Stay tuned – Carsten

Danke an alle für den tollen Tag:

Outtakes

Drei unbearbeitete Outtakes, der Rest des Films war leider komplett unbrauchbar und großteils schwarz. Ich vermute mal der Film war in der Dose unglücklich aufgespult. Ich hab eh drei Anläufe gebraucht um ihn auf die Spule zu bringen. Durch die sommerlichen Temperaturen wird es im Dunkelkammer-Wechselsack schnell feucht was den Film „weich“ werden lässt. Ausserdem hatte ich dieses mal Probleme die Temperatur bei der Entwicklung konstant zu halten. Das Ergebnis ist trotzdem irgendwie interessant: