heart affairs

Heart Affairs ist mein freies Projekt in diesem Semester. Es ist – wie immer bei mir – komplett anders gekommen als geplant, denn geplant hatte ich eine Serie, so richtig schön mit Konzept, und Moodboard, und Skizzen von Bildideen, und einem roten Seil und so. Aber dann kam Andrea dazwischen und ein Hirn und ein Herz, und heraus kam nach einem langen, kreativen Tag diese kleine Geschichte. Da ich auf Drucke stehe hab ich die Story natürlich auch gleich auf Papier gebannt. Das ist immer auch hilfreich bei der Auswahl der Aufnahmen, die es in das finale Ergebnis geschafft haben. Einige der Bilder der siehst du hier:

Das nicht ganz Ganze n gedruckter Form

Auf den Spuren von Richard Avedon

Diese Strecke ist schwerstens inspiriert von Richard Avedon und seiner Serie in the American West. An Richard Avedons Fotografien gibt es eine Menge zu studieren. Lichtsetzung, Serienbildung, die Blickführung durch Linien, und das Spiel mit den Restformen – also dem Raum um das eigentliche Motiv herum, und vieles mehr. Spannend ist auch, wie er die Leute dazu bekommen hat in seinem Sinne vor der Kamera zu posieren. Alles schaut willkürlich aus in seinen Aufnahmen, dabei sind sie auf hervorragende Weise inszeniert. Das Buch gibt es zur Zeit leider nur noch im Antiquariat zu ziemlich astronomischen Preisen bis zu 300 Euro.

Während Richard Avedon  zwischen 1979 und 1984 immer wieder mit einem Team und einer Kamera im #Großformat losgezogen, ist um Menschen im amerikanischen Westen zu fotografieren, sind Saskia und ich lediglich in Bonn ein paar mal mit digitaler Fototechnik „um die Häuser“ gezogen. Wir haben abwechselnd spontan Leute angesprochen, um dann einen selbstgebastelten Hintergrund hinter sie zu halten, und sie so unmittelbar aus ihrer Umgebung heraus gelöst. Einige meiner Lieblingsbilder aus der Serie:

Ein paar der Aufnahmen sind #analog entstanden. Das war für mich einer der spannendsten Aufträge in diesem Semester. Herzlichen Dank nochmal an alle die mitgemacht haben  :)

 

Altenberger Dom

Ich war mal wieder  im Auftrag der Fotografie unterwegs. Diesmal ging es darum, sich mit dem „nicht so mein Ding“  Thema Architektur  auseinander zu setzen. Als besondere Herausforderung hab ich mir einen Dom, genauer: den Dom zu Altenberg ausgesucht, weil ich generell mit solchen Orten leicht fremdle, und so ein Ort auch nicht gerade durch einen aufregenden Baustil besticht. Auch wenn ich die architektonische Meisterleistung unserer Vorfahren durchaus  zu würdigen weiß: Man kennt den Anblick halt irgendwie von woanders her – das ist jetzt nix was unsere Sehgewohnheiten spektakulär herausfordert. Also guck ich halt mal ob ich aus dem  Thema etwas heraus  kitzeln kann. Herausgekommen ist nicht gerade „klassische“ Architektufotografie, ich kann halt auch das Geschichten erzählen nie so ganz lassen

 

Ein Blick auf Affinity Photo

Affinity Photo ist im Sommer 2015 für OS-X erschienen, und liegt mittlerweile in der Version 1.4.3 vor. Die Version 1.5 steht bereits in der Startlöchern, und bringt eine Menge Neuerungen mit. Wer mag kann sich die aktuellste Beta hier mal anschauen. Zukünftig wird auch das Microsoft Windows Betriebssystem unterstützt. Ich arbeite seit der ersten öffentlichen Beta für OS-X mit diesem Programm, und war sofort begeistert, was auch daran liegt das ich ein Herz für Underdogs habe :-) Die Liste der Features ist lang,…

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Was war was ist was wird

Ich hab vor kurzem ein schönes Zitat gefunden das dem Fotografen Paul Strand zugeschrieben wird:

„Deine Fotografie ist für jeden, der wirklich sehen kann, ein Dokument deines Lebens…“ – Paul Strand

Der erste Gedanke mag sein: „Theatralischer Nonsens. Ein Foto, ist ein Foto, ist ein Foto. Es beschreibt nicht die Wirklichkeit, es ist nicht wahrhaftig, eine Fiktion, vielleicht sogar eine Lüge. Maximal eine Momentaufnahme.“ Was ein Bild in mir als Betrachter auch an Geschichten und Gefühle auslösen mag, der Fotograf des Bildes kann eine ganz andere Geschichte im Kopf gehabt haben – vielleicht auch gar keine – vielleicht wollte er einfach nur ein schönes Bild machen. Eine hochemotionale Fotografie muss in keiner Weise die Situation vor Ort wieder spiegeln. Es kann das Ergebnis eines vollkommen nüchtern, sachlichen Prozesses gewesen sein.

Ich hab mich in den letzten Jahren auch mit dem anfertigen von Portraitskulpturen beschäftigt und dem Zeichnen von Portraits, und tatsächlich zeichnet und formt man ganz intuitiv auch immer einen Teil von sich selbst in das Ergebnis hinein. Ich denke in der Fotografie kann das ähnlich sein.

Standortbestimmung

Ich hatte ja im Frühjahr nach längerem Prozess doch recht spontan meine Kamera zur Seite gelegt, und mit dem Fotografieren auf gehört. Ich hatte den Eindruck nix mehr zu sagen zu haben, war gesättigt. Ich war sprachlos, und jeder der mich kennt weiß: Das will was heissen.

Ich hab die Zeit genutzt, und mir ein Buch aller meiner Arbeiten aus den vergangenen 5 Jahren zusammen gestellt, die mir wichtig erschienen. Das Buch ist im Grunde die Weiterentwicklung meines ersten Buches.  Ich wollte einen Gesamtüberblick haben über alles was über die Jahre entstanden ist, die Dinge ordnen und einordnen, schauen ob, und was diese Fotos für eine Bedeutung für mich haben, statt immer nur weitere Bilder auf den Stapel zu schichten. Fotokonsum im Internet ist etwas vollkommen anderes als ein Buch. Im Grunde sollte es der Abschluss meiner fotografischen Laufbahn werden. Aber letztlich habe ich das wohl als Standortbestimmung gebraucht, um zu sehen wo ich her komme, um dann vielleicht Klarheit zu erlangen, ob und wie ich mit der Fotografie weiter mache. Das Buch ist sehr dick geworden. Es hat die maximal mögliche Seitenzahl erreicht die bei Blurb möglich ist: 229 Fotografien verteilen sich auf erschlagende 237 Seiten.

Fotobuch, Workbook Version 2

Ich hab ein wenig Zeit dafür benötigt um Klarheit zu erlangen, aber wann immer ich jetzt durch dieses Buch blättere erkenne ich, das alle Fotos mit mir verbunden sind. Mit jeder Fotografie verbindet mich eine Geschichte. Zumindest für mich  sind es also nicht einfach nur Aneinanderreihungen von mehr oder weniger gelungenen oder interessanten Fotos, sondern es sind Geschichten, und sie erzählen mir etwas über die Menschen die ich fotografiert habe, sie erzählen etwas über mich, und ich würde ich mich freuen wenn sie auch dem Betrachter etwas erzählen.

Jedes Foto enthält einen Teil von mir, und in Summe bilden sie tatsächlich irgendwo eine Innensicht von mir und meinem Leben – zumindest einige Aspekte davon. Deswegen sind die Fotos genau so geworden und nicht anders. Stil und Inhalt haben mich gefunden wenn man so will. Wenn ich daran etwas ändern möchte, dann muss ich mich ändern – oder andere Aspekte von mir in den Vordergrund rücken.

Jedenfalls hat das Buch dazu geführt das sich meine Wahrnehmung für meine Bilder geändert hat. Nicht nur das nächste Foto das ich machen werde ist mir wichtig, sondern auch das was ich die vergangenen Jahre erschaffen hab – jedes einzelne Bild – ist mir wichtig, und darf gerne meine Wertschätzung erfahren.

Reisegedanken

Das Ganze mündete ja bekanntlich darin das ich mich jetzt in der Fotoakademie Köln wieder finde. Ich werde auch im kommenden Jahr noch bewusster weniger fotografieren, und all das was ich jetzt lernen darf einließen lassen, die analoge Fotografie ausbauen, mich noch mehr mit dem Drucken und der Präsentation von Bildern beschäftigen, werde mit alten und neuen Freunden  neue Wege probieren und schauen wohin die Reise geht.

2017 wird rocken stay tuned…